Die "Geburtsurkunde" von Auel: Kommentar des Abtes Cäsarius zum Prümer Gütervezeichnis aus dem Jahr 1222.             … villa sup fluviu Kila q ouele appellat

Das Dorf Auel, gelegen in der Talweitung des Tieferbachs. Blick vom Killenberg, um 1980

Auel aus der Luft. Blick nach Süden, Aufnahme um 1980

Zwei der frühesten menschlichen Spuren aus der Aueler Gemarkung: Ein mittelpaläolithischer Levallois-Abschlag aus patiniertem Feuerstein (links) und eine neolithische Pfeilspitze aus Maas-Feuerstein (rechts), beides von der Flur "Auf den Krummen Stückern"

Ausschnitt aus einer spätantiken Straßenkarte (Tabula Peutingeriana) mit der Römerstraße Trier-Köln und den Stationen Ausava (Oos) und Icorigium (Jünkerath). Die wichtige Straßenverbindung hat durch die Gemarkung Auel und wahrscheinlich auch durch das heutige Dorf geführt.

Die früheste urkundliche Erwähnung von Steffeln ("Villa stephelin") und der Villa Bamma in einem Prekarievertrag von 943.

o. li.: die Filialkirche St. Maria in Auel 
o. re.: die Kiche von Süden mit Chor aus dem 15. Jh., Schiff aus den 1750er Jahren und Turm von 1833; das angebaute Oratorium auf der Nordseite stammt aus der Zeit um 1700
u. li.: das kupferne Turmkreuz von 1983; das Lilienkreuz verweist auf die  Gottesmutter und Kirchen-Patronin Maria
u. re.: der Kirchturmhahn vom alten Kreuz

o. li.: die Johannes-Glocke von 1473
o. re.: die Marien-Glocke von 1950
u. li.: das gotische Maßwerkfenster im Nordost-Chor
u. re.: das heute zugemauerte gotische Maßwerkfenster im Ostchor

Auel, kath. Filialkirche St. Maria. Grundriss
Der Bau besteht aus vier unterschiedlich alten Teilen: der gotische Ostchor (15. Jh.), die nördlich daran angebaute Sakristei mit Oratorium aus der Zeit um 1700, das barocke Schiff von 1760 und der klassizistische Westturm von 1833. Plan: P. May 2022

Zeichnerische Rekonstruktion des gotischen Maßwerkfensters hinter dem Hochaltar. Das zweibahnige, spitzbogige Fenster zeigt über zwei "Nonnenköpfen" (Dreipässen) drei geteilte Fischblasen. Von der einstigen Verglasung hat sich leider nichts erhalten.

o. li.: Blick von der Empore in den Altarraum mit barocken Haupt- und Seitenaltären
o. re.: der barocke Hochaltar von 1700, angeblich aus der Werkstatt des Klosters Himmerod
u. li.: Mondsichelmadonna aus dem 18. Jh., angeblich ein Geschenk der Gräfin von Blankenheim
u. re.: Grabstein des Johann Michael Baur (gestorben am 9. Mai 1779) über dem Triumphbogen

Auel, kath. Filialkirche St. Maria; Blick in den Innenraum mit Haupt- und Seitenaltären; Aufnahme vermutlich 1950er-/1960er-Jahre

o. li.: linkes Chorfenster: Hl. Herz Jesu
o. re.: rechtes Chorfenster: Kreuzabnahme
u. li.: Sandsteinfigur des Jüngers Johannes im Turmeingang, 17.-18. Jh.
u. re.: Sandsteinfigur des Apostels Petrus im Turmeingang, 17. -18. Jh.

Der klassizistische Westturm der Aueler Kirche (o. re.) von 1833 mit seinen "Brüdern" aus Preischeid (o. li.), Birresborn (u. li.) und Mehring (u. re.). Womöglich wurde der Aueler Kirchturm, wie die anderen Türme auch, vom Trierer Architekten und Kommunalbaumeister Johann Baptist Bingler (1800 - 1868) entworfen.

Das Kriegerdenkmal mit Ehrenhain an der Brücke über den Tieferbach. Es trägt die Namen der in den Kriegen 1914-18 und 1939-45 gefallenen Aueler Soldaten und Bürger.

Im Jahr 1952 wurde das Krieger-Ehrenmal zunächst am Steilhang östlich der Kirche errichtet. Weil diese Stelle aber zu beengt war, wurde es wieder abgebaut und fand seinen endgültigen Platz an der Tieferbachbrücke.

Aufnahme des Kriegerdenkmals kurz nach seiner Errichtung am Tieferbach (um 1953). Die Umfassung zwischen den Steinpfeilern bestand damals noch aus einem einfachen Holzlattenzaun.

o. li.: das Kellers-Haus ("Kellisch") in Auel in den 1950er Jahren. Hier wurde bei Bauarbeiten im Jahr 1955 ein Schatz aus 90 Goldmünzen entdeckt, der dort kurz nach 1494 versteckt worden war.
o. re.: Inschrift am Türsturz des Kellers-Hauses. Sie verrät, dass das Haus 1755 (an der Stelle eines älteren Vorgängerbaus) errichtet und 1955 renoviert wurde.
unten: Auswahl von spätmittelalterlichen Goldmünzen aus dem Schatzfund im Kellers-Haus von 1955 (6 Goldgulden und 1 Lion d´or)

Die Sandstein-Figur des hl. Nepomuk an der Brücke über den Tieferbach mit der Stiftungsinschrift (Chronogramm) aus dem Jahr 1763 und den Inschriften über die Wiedererrichtung in den Jahren 1881 und 1952

Die heute steinsichtige Skulptur Hl. Johannes von Nepomuk war vor ihrer Neuaufstellung farblich gefasst. Aufnahme aus dem Jahr 1942.

Die Gründungsinschrift des Johann Michael Baur am Haus "Schmotz" (Am Tieferbach 5) ist in Form eines Chronogramms verfasst und stammt aus dem Jahr 1763.

Abzeichnung der Chronogramme an der Nepomuk-Statue (links) und am Haus "Schmotz" (rechts)

Die Steffelner Mühle am Tieferbach; Aufnahmen aus den 1980 er Jahren (li.) und von 2015 (re.)

Eine frühe Abbildung des Dorfs Auel aus dem Jahr 1707 (LHA Koblenz, Bestand 29 B Nr. 125, Blatt 10 betr. Grenzstreitigkeiten Auel/Steffeln) mit schmatischer Darstellung des Dorfs, des Kellers-Hauses, des Zollstocks und des strittigen Grenzsteins an der Landstraße nach Steffeln 

Grenzsteine im Aueler und Duppacher Wald (Auswahl)
o. li.: der Lange Stein (lfd. Nr. 17; Aufnahme von 1983)
o. mi.: der Hühnerfuß (lfd. Nr. 15)
o. re.: Grenzstein lfd. Nr. 39
u. li.: Grenzstein lfd. Nr. 57
u. re.: Grenzstein lfd. Nr. 48

Der Grabstein des Johann Michael Baur (1707 - 1779) in der Aueler Kirche. Die lateinische Inschrift lautet übersetzt: "Am 9. Mai 1779 verstarb der sehr ehrenwürdige Herr Johann Michael Baur, Soldat, Ehemann, Priester und Stifter in Auel. Er möge ruhen in Frieden."

Titelblatt des Testaments von Johann Michael Baur:
"Testament des Hochwohl Ehrw H J. Michael Baur Fundator in Auel ut intus

S. solle in der Archive Kirch Auel zu allen Zeiten vorfindlich bleiben ./."

Beginn des Testaments J. M. Baurs: "Im nahmen der allerheiligsten dreyfaltigkeit … Thue ich Joann Michael Baur in erwägung der Vergänglichkeit alles Fleisches … gegenwärtigen letzten Willen, und Testament errichten, und verfertigen  …"

Das ehemalige Ortswappen von Auel nach einem Entwurf des Heraldikers Josef Decku (1890-1974) aus Bonn, erstellt um das Jahr 1958.
Beschreibung: In Silber unter erhöhter, gebogener, blauer Schrägleiste eine blaue Lilie mit goldenem Bund
Erklärung: Die blaue Schrägleiste steht für die Talaue des Tieferbachs, die dem Dorf seinen Namen gegeben hat. Die Lilie als Symbol der Muttergottes verweist auf die Aueler Kirche, die der Hl. Maria geweiht ist. 

Brauchtum in Auel
o. li. u. re.: Aufbau des Sankt-Martin-Feuers am Sportplatz auf der Buch (1980er Jahre)
u. li.: Kleppern in der Karwoche (1980er Jahre)
u. re.: "Steijpe" des Hauses der Brautleute in der Hochzeitsnacht (Aufnahme von 1987)

"Schleijfe" (Schleifen): Anlässlich einer Silberhochzeit wird zur Ehrung des Jubiläumspaars von den Aueler Männern jede Menge Lärm gemacht: mit Töpfen, Eimern und einer aufgebocktem Wagenachse, auf deren Rädern eine rostige Säge geschliffen wird. Aufnahme von 1985.

Karnevalistisches Brauchtum
li.: Motivwagen der Möhnen am Weiberdonnerstag (Foto aus den 1970er Jahren) 
re.: Der Eierverein beim "Eier aufheben" am Karnevalsdienstag (Foto aus den 1980er Jahren)

Postkarte aus den 1920er bis 1930er Jahren

"Gruß aus Auel (Eifel)" Postkarte aus der 1. Hälfte des 20. Jh.

Postkarte von 1932

Postkarte der Gastwirtschaft Peter Barthel aus der Mitte der 1950er Jahre

Postkarte der Gemischtwarenhandlung Peter Kuhl aus den 1960er-Jahren

Blick vom Killenberg auf Auel (Aufnahme aus den späten 1960er- oder frühen 1970er-Jahren)

o. li.: Blick vom westlichen Ortsrand / Straße nach Duppach zum Steffelberg (Aufnahme vermutlich aus den 1940er- oder 1950er-Jahren, Fotograf unbekannt)
o. re.: Der Steffelberg während des Abbaus (Aufnahme von 1979)
u. li.: Blick über den Tieferbach auf den Killenberg
u. re.: Blick auf den Killenberg von Norden

Der aufgelassene Steinbruch am Killen-Berg mit Abbauwänden und Abraumhalden. Der Name des Berges kommt wohl von "Kaule" im Sinne von Grube, Loch, Steinbruch.

Blick über das Eichholz zum Steffelberg. Die Aufnahme muss aus den 1960er-Jahren stammen, der Abbau des Lavasandes an der Südflanke hat gerade begonnen. (Fotograf: unbekannt)

Die alte Linde vor der ehemaligen Volksschule Auel. Der Baum war als Naturdenkmal geschützt, musste aber wegen Fäulnis gekappt und später ganz gefällt werden. Aufnahme um 1980 

o. li.: Der Aueler Drees im Eichholz, Aufnahme aus den 1980er Jahren. Die Quellfassung besteht aus Sandsteinplatten, die auf einem ausgehöhlten Baumstamm stehen (sog. Stockbrunnen)
o. re.: Wassergefüllter Bombentrichter der abgestürzten V-1 im Aueler Wald, Aufnahme von 1983

Das renaturierte Eichholz-Maar. Der in der Tranchot-Karte noch als "Guss-Weyer" bezeichnete Stauweiher wurde in der ersten Hälfte des 19. Jh. zur Gewinnung von Grünland trocken gelegt.

Das kleine Eichholzmaar (vorne) und das große Trockenmaar "Duppacher Weiher" (hinten). Der Duppacher Weiher war bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgestaut. Er diente der Fischzucht und versorgte die Weihermühle mit Wasserenergie.

Der Angelweiher am Oosbach unter dem Heidberg

Als es noch Winter und Schnee gab: Straße nach Duppach am Oosbach (links) und Weg aus dem Aueler Wald am Ahlbaum (rechts). Aufnahmen aus den 1970er-Jahren

Bilder aus der Aueler Gemarkung (Aufnahmen aus den 1980er und 1990er-Jahren): 
Vogelsmaar (o. li.), Koutenelter (o. re.), Winkel / Heidberg (u. li.) und Häusert / Schwarzerd (u. re.) 

Bilder aus der Aueler Gemarkung:
Mülle-Baach (Tieferbach) und Schwarzerd (o. li.), Blick über den Oosbach zum Heilert (o. re.), Koutenelter und Tieferbach (u. li.), Blick über die Buch und den Sand zum Aueler Wald (u. re.)

Die kleine Kapelle auf der Buch, errichtet im Jahr 1983 von einem Aueler Bürger aus Dankbarkeit für die Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg.

Blick vom Steffelner Kapellchen auf Walhausen Richtung Auel im Morgendunst. Hinter der gewellten Silhouette des Küllenbergs lugt die Spitze des Aueler Kirchturms hervor. 
Foto: Eva May-Igelmund

li.: ein selten gewordener Anblick: unverputzte Bruchsteinwand am Weg zur Kirche. Der rote Sandstein war neben dem Küllenberger Tuffstein das einzige lokal verfügbare Material für Bau- und Werksteine.
re.: Als es noch eine Straße von Auel nach Duppach gab. Die Kreisstraße K 50 wurde um die Jahrtausendwende zum Wirtschaftsweg umgewidmet und aus der Baulast des Kreises entlassen.

Ein schöner, bis heute gepflegter Brauch: Das Aufstellen des Maibaums am Gemeindehaus

Das Dorf in verschiedenen Ansichten: vom Kläuschen (o. li.), vom Killenberg (o. re.), die Straße "auf dem Lüh" vom Killenberg (u. li.) und vom Lüh (u. re.)

Die Sicht durchs Teleobjektiv bietet einen ungewohnten Anblick von der Kirche und den Häusern an der Tieferbach-Straße

Blick auf das Dorf von der Lühwiese aus

Auf diesem Foto von Auel, aufgenommen 1996 vom Küllenberg, ziegt sich ein wohltuend geschlossenes Ortsbild. Die Feld- und Wiesenflur in der breiten Talweitung ist eingerahmt von bewaldeten Höhen. Ein Bild von großer Harmonie.

Rundum-Blick vom Aueler Kirchturm (Aufnahmen vom August 2015): 
Kirch- und Tieferbachstraße (o. li.), Hauptstraße, Zum Killenberg und Am Steinbeuel (o. re.), Zum Kläuschen (m. li.), Richtung Schlösser/Hupperts/Schneggsich/Badels (m. re.) und Bongert (u.)

Auf diesem Foto von 1983, ebenfalls vom Kirchturm aufgenommen, kann man im Vordergrund noch das alte Beckisch-Haus mit dem Fußfallkreuz von 1713 erkennen. Beides ist heute verschwunden.

Blick vom Elling auf das Dorf. Am Horizont sieht man links den markanten Rother Kopf und rechts das flache Plateau der Ooser Nase. Aufnahme vom Dezember 2016

Blick vom Heidchen auf das Dorf. Im Hintergrund der Steinbeuel.

Blick vom Bammer Berg auf das Dorf. Im Hintergrund links der Kirchen-Bösch, rechts der Achelter im Duppacher Wald.

Blick vom Geis-Berg auf das Dorf. Im Hintergrund Steffeln, der Killenberg und die Kapelle auf Walhausen.

Das Dorf Auel in den vier Jahreszeiten. Blick vom Killenberg.

li.: Blick vom Bongert auf das Dorf
re.: Das Kellers-Haus von Westen, das Elternhaus meiner Mutter 

Auel, das Dorf meiner Kindheit. In dem niedrigen Haus rechts unten von der Kirche (mit rot-schwarzem Dach) bin ich aufgewachsen.

Das Dorf Auel als Abbildung auf einem Fenster in der Aueler Kirche. Möge die Kapelle der hl. Mutter Gottes stets ihre schützende Hand über das Dorf, seine Häuser und Einwohner halten!

Ochsengespann mit Mähmaschine bzw. Mistwagen, um 1942 (Fam. Hubert Renkes, Haus "Zirbes")

o. li.: Ochsenfuhrwerk vor der Schmiede (Haus Schneggisch)
o. re.:  Koster-Jannes mit Gespann und Enkelin Josefine
u. li.: Viehtränke an der Tieferbach-Brücke, ca. 1950/52
u. re.: Agnes Mies bei der Heuernte, 1941

o. li.: Dreschmaschine vor dem Haus Schlösser
o re.: Kartoffelernte; der hölzerne Ackerwagen wird von einem Ochsengespann gezogen

Pflanzarbeiten im Aueler Wald, 1947; von links nach rechts: Willi Kappes, Maria Barthel, Forstgehilfe, Marianne Leuschen, Heinrich Arens, Anna Rumswinkel, Karl Arens,  Trudel Mies, Hanni Schramm

Forstarbeiten 1947; v. l. n. r.: Peter Etten (mit Moped), Maria Finken,  n. n. , Trudel Mies (May), Maria Bernardy (Fischbach), Karl Arens, Georg Arens, Heinrich Arens (halb verdeckt), Marlies Rohleder (Böhm), Alfred Finken, Anna Rumswinkel (Meyer), Maria Barthel (Meier)

o. li.: Wilhelm Renkes, Hausschlachter in Auel, mit seiner Familie vor dem Haus Hupperts
o. re.: Stall des Hauses Hupperts mit Rübenmühle ("Rommels-Müll")

Scherenschleifer Michael Zilligen mit seinen Töchtern Margarethe und Maria vor dem alten Nellesse-Haus; ganz rechts: Kloaßen Tunn

Die alte Volksschule in Auel. Das Gebäude aus rotem Sandstein, das nach Aufhebung der Schule zunächst noch als Gaststätte und Versammlungsraum genutzt wurde und dann leer stand, wurde in den 1970er Jahren abgerissen. Heute steht an seiner Stelle das Gemeindehaus.

Das Haus Klooße im Jahr 1912. Die junge Frau links ist Christine Schmitz (sen.) mit ihren Kindern Peter,  Anton und Lenchen, die ältere Frau rechts neben ihr ihre Mutter Jänn.

Haus "Buch" um 1910. Davor, von links: Josef, Ferdinand und Johann Arens sowie Margarethe Arens geb. Bömmels (aus Steffeln). Das Haus war das letzte in Auel erhaltene Haus, das mit Stroh gedeckt war. Die zuletzt leer stehende Ruine wurde in den 1980er Jahren abgerissen.

Haus "Buch" im Jahr 1926. Davor, von links: Regina, Gertrud, Wilhelm und Josef Arens

Aueler Feuerwehr um 1910
1. Reihe v. li.: Peter Keul (Hahnen Pitter), Nikolaus Renkes (Zirbes Kloß, mit Bart), Georg Arenz (Helljisch Jürisch, mit Schneuzer), Johann Arens (Buch Jannes), Peter Meyer (Schmitz Pitter), Peter Ränkes (Wittchen Pitter), Hubert Renkes (Huperts Bertes, groß, mit Bart), Peter Sünnen (Thelen Pitter, mit Schneuzer), Johann Baptist Renkes (Zirbes Baptist)
2. Reihe v. li.: Peter Arens (Bongerts Pitter), Theodor Eckers (Eckisch Theodor), Johann Schramm (Koster Jannes, aus Haus Lüisch), Johann Eckers (Lamperten Hannes, mit Pfeife), Mathias Bernardy (Spesser Mattes)
3. Reihe v. li.: Nikolaus Begon (Beckisch Nikla, mit Axt), Simon Schmitz (Krüzius Simon, mit Pfeife), Michael Mies (Mies Mechel)
4. Reihe v. li.: Nikolaus Schmitz (Kloßen Nikla, mit Axt), Josef Etten (Bursch Jüpp)
5. Reihe, ganz oben: Michael Zilligen (Nellesse Mechel)

Lösch- und Rettungsübung der Aueler Feuerwehr am Haus "Buch", vermutlich 1910/20er Jahre

Festumzug der Aueler Feuerwehr um 1940/42.  Links das Haus Hahnen mit Poststelle, rechts daneben das alte Schulgebäude mit Lindenbäumen, im Hintergrund die Häuser Pittisch und Ränkes

Gruppenbild zum 50-jährigen Jubiläum der Aueler Feuerwehr im Jahr 1951, aufgenommen vor dem Eingang der Volksschule. Das Spritzenhaus befand sich in einem Schuppen hinter dem Schulgebäude.

Gruppenbild zum 80-jährigen Jubiläum der Aueler Feuerwehr im Jahr 1981. Von oben links nach unten rechts: Klaus Bauer, Heinz Kilian, Klaus Begon, Nikolaus Finken, Erwin Keul, Walter Begon, Joachim Mies, Hans Giels, Peter Etten, Alex Etten, Ludwig Arens, Ewald Schlösser, Rainer Meyer, Georg Arens, Peter Barthel, Rudi Wirtz, Hans Wirtz, Eberhard Mies (Wehrführer), Mathias Bernardy.

Gruppenfoto zum 115-jährigen Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Auel im Jahr 2016.

Die "Fußballfreunde Auel" (Aueler Sportverein - ASV) im Jahr 1966. Damals befand sich der Fußballplatz am südöstlichen Ortsrand, an der Straße nach Scheuern. Die Spieler, von oben links nach unten rechts: Hubert Renkes, Alex Etten, Paul Renkes, Felix Bernardy, Peter Kappes, Walter Finken, Christoph Meier; Peter Barthel, Jakob Barthel, Hans Giels, Peter Bernardy; Johann May, Eberhard Mies, Heinz Kilian, Hans Wirtz, Ernst Hartel (?), Alois Bernardy, Karl Meier, Hermann Mies; Günther Schramm, Peter Arens, Nikolaus Rumswinkel.

Die Fußballmannschaft des ASV posiert zum 50-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 2002.

Aueler Männer des Musterungs-Jahrgangs 1937, aufgenommen vor dem Gasthaus Kaspers in Lissendorf. Hintere Reihe, stehend, v. l. n. r.: Heinrich Arens, Johann Renkes, Nikolaus Begon, Johann Bernardy, Felix Meyer, Wilhelm Renkes, Wilhelm Kappes, Peter Leuschen, Josef Keul, Peter Renkes, Hubert Renkes, Paul Hein, Georg Begon, Peter Kuhl; vordere Reihe, sitzend, v. l. n. r.: Friedrich Sonnenholz, Johann Hinterscheid, Mathias Kappes, Anton Bernardy, Johann Schramm, Nikolaus Breuer, Johann Ränkes. 

Der Kindergarten zu Auel, aufgenommen um 1942 vor dem Haus "Lamperten". Der Kindergarten hatte seine Räumlichkeiten in den Häusern Lamperten und Buch sowie in der Volksschule. Abgebildet sind: Kindergärtnerin Tilly Pörings mit zwei Neffen (hinten, rechts neben ihr stehend) sowie den Kindern (obere Reihe stehend, v. l. n. r.) Willi Kappes, Theo Arens, Anneliese Leuschen, Johannes Mies, Jakob Barthel, Maria Finken, Trudel Mies, Eva Arens, Karl Arens, Peter Kappes, (untere Reihe, sitzend) Wilhelmine Sonnenholz, Hiltrud Bronneke, Gretchen Hinterscheid, Marianne Renkes und die Puppe von Frau Pörings.

Aueler Dorfjungend in den 1950er Jahren, aufgenommen beim Völkerball-Spielen auf der Straße vor dem Haus Mies. 

Senioren-Nachmittag in der alten Schule. Aufnahme: Foto-Rosenkranz, Hillesheim, aus den 1970er-Jahren. Abgebildet sind (von vorne links nach hinten rechts): Anna Begon, Waltraud Schmitz, Angela Kuhl, Margarete Baur, Gertrud Mies, n. n., Anna Kappes und Margarete Barthel.

Blick vom Haus "Freimanns" auf das Dorf. Auf der Rückseite ist vermerkt: "Zur Erinnerung an die Einquartierung November 1939. Uffz. Lorenz" 

1 Kreuz auf dem Elling

 

Lage: UTM 327771, 5574116

Hohes Nischenkreuz aus Palagonit-Tuff, ohne Sockel 2,07 m hoch, auf mächtigem Sockelstein mit großer, rundbogiger Nische. Die Nische, ursprünglich gedacht für die Aufnahme des Allerheiligsten bei Flurprozessionen, wurde um die Jahrtausendwende mit einer Bronzetafel, den Hl. Christophorus darstellend, und einem eisernen Verschlussgitter versehen; zuvor stand eine Bronzefigur des Hl. Antonius (von Padua) in der Nische. Auf dem oberen Kreuzbalken sind einige stark verwitterte Buchstaben (INRI?) eingehauen, im Kreuzungspunkt der Balken die Ziffern „72“, die wohl, wie schon von MEYER gezeichnet, zur Jahreszahl 1672 ergänzt werden können. Auf dem leicht gebauchten Kreuzschaft mit abgefasten Kanten sind über der Nische die heute nur noch schwer lesbaren Buchstaben „CATRI / NA  L“ eingehauen, wobei das „T“ auf dem Kopf steht und das „N“ seitenverkehrt ist (abweichende, unzutreffende Lesungen bei MEYER und Eifelverein OG Steffeln). Diese Inschrift nennt den Namen der Stifterin, Katharina, und ihren abgekürzten Nachnamen „L“. Die Abkürzung des Namens bzw. Verwendung von Namens-Initialen war in der frühen Neuzeit nicht unüblich, da der Stifter im Ort ohnehin bekannt war (vgl. LEHMANN-BRAUNS, S. 56). Das „L“ könnte für die alteingesessene Steffelner Familie Lux stehen oder aber ganz konkret für die Person der Katharina Dorothea de Legahe, vgl. Familienbuch Steffeln Nr. 814. Katharina Dorothea war seit etwa 1675 verheiratet mit Heinrich de Legahe, Oberförster der Herrschaft Kronenburg und Tochter von Johann Wilhelm Hillesheim, Doktor des weltlichen und kirchlichen Rechtes und seit 1668 Pächter der Steffelner Burg. Die Familie der Katharina verfügte damit sicherlich über die finanziellen Mittel für die Stiftung des Kreuzes. Aufschlussreich und auch andernorts vielfach belegt sind die fehlerhaft eingehauenen Buchstaben, die darauf schließen lassen, dass der Steinmetz des Lesens und Schreibens unkundig war und nur nach Vorlage gearbeitet hat. Der genaue Errichtungsgrund für das Kreuz auf dem Elling ist nicht mehr zu ermitteln. Das hoch aufragende Kreuz kann auch als Grenzmarke gedient haben, da hier die Gemarkungen von Steffeln, Auel und Lehnerath aneinanderstoßen. Nach Erzählungen von Ortsansässigen wurde an dem Ellings-Kreuz zudem der Hl. Antonius (von Padua) als Nothelfer angerufen, wenn jemand etwas wertvolles verloren hatte. 

 

2 Pilgerkreuz auf dem Bammer Berg 

 

Lage: UTM 328713, 5573920 

Schaft-Kreuz aus Buntsandstein, ohne Sockel 1,64 m hoch, mit breitem Schaft, der durch ein umlaufendes, profiliertes Gesims geteilt ist und im oberen Abschnitt die Inschrift trägt: 

„1733 / O IESV DVRCH / DEHN CREVTzES / TODT SCHAVI / VNS AN IN VNSER / NOTH“ (abweichende, unzutreffende Lesungen bei MEYER und bei BERRNARDY/RUEB 2001). Der noch von MEYER erwähnte und gezeichnete eiserne Korpus auf dem Abschlusskreuz fehlt heute. Das dreibälkige Abschlusskreuz scheint von einem anderen Kreuz zu stammen, da es nur lose auf dem Schaft aufliegt und im Gegensatz zu diesem auf der Rückseite kein Klammer-Loch aufweist (oder es ist der Rest des ursprünglichen Kreuzes und der Schaft ist, wie MEYER bemerkt, eine Erneuerung mit der ursprünglichen Inschrift). Das Kreuz steht an der sogenannten Pilgerstraße, auf der von Alters her die Pilgergruppen vom Niederrhein zum Grab des Apostels Mathias nach Trier ziehen. Laut Aueler Schulchronik erinnert es an die Frau des Bürgermeisters von Tietz (Kreis Erkelenz), die hier auf der Heimreise von ihrer Pilgerfahrt nach Trier verstorben ist. Das Kreuz steht, ebenfalls wie das Ellings-Kreuz, am Grenzpunkt von drei Gemarkungen, und zwar von Auel, Lehnerath und Basberg. 

Vergrößerte Aufnahme der Inschrift (Foto aus dem Jahr 1981).

3 Kreuz am Bommberg

 

Lage: UTM 329207, 5573726

Schaftkreuz aus rötlichem Buntsandstein, erhaltene Höhe ca. 60 cm. Auf dem breiten Schaft befindet sich unter gotisierendem Dreipass-Maßwerk die Inschrift:

„Mein Jesus / Barmherzigkeit / 1893“ 

Der Errichtungsgrund ist unbekannt. Das Kreuz steht am alten Fußweg von Basberg nach Auel an der Gemarkungsgrenze zwischen den beiden Dörfern. Nach G. BERNARDY war das Kreuz die erste Station, an der die Basberger Kinder bei gegebenem Anlass die „sieben Fußfälle“ beteten. Die Fußfälle endeten dann in der Kirche in Auel. Der Brauch des Fußfall-Betens wurde noch bis in die 1950er Jahre hinein gepflegt. Nach einem Hinweis von Frau Gertrud May, Auel, hat der Verfasser im Jahr 2000 das in mehrere Teile - Sockel, Schaft, Balken - zerbrochene Kreuz am Waldrand im Boden liegend aufgefunden und am Stamm einer großen Eiche lose aufgerichtet (Foto).  Dort befindet es sich (Stand Mai 2024) immer noch. Eine Sanierung des Kreuzes wäre dringend erforderlich.

4 Unfall-Kreuz im Kautenelter

 

Lage: UTM 328957, 5573350

Kleines Kreuz aus rötlichem Sandstein, mit Sockel 1,38 m hoch, mit Abschlusskreuz, an dem ein eiserner Korpus befestigt ist (ein Arm fehlt) und breitem Schaft, an dem ehemals eine schwarze Glasplatte mit Aufschrift „Peter Arens […]“ angebracht war. Das Kreuz stand ursprünglich in einem kleinen Steinbruch in dem engen Tal des Tieferbachs zwischen Auel und Basberg, etwa 300 Meter unterhalb der Straßenbrücke. Das Kreuz wurde in den 1970er Jahren beim Bau eines Geräteschuppens versetzt, wobei die gläserne Schrifttafel verloren ging. Nachdem das Kreuz 1986 erneut zerstört wurde, hat man es im Jahr 2001 einige Meter hangaufwärts an einem Feldweg neu aufgrichtet und mit flakierenden Buchsbäumen bepflanzt. Dabei wurde über dem Sockel eine neue Sandstein-Tafel mit der Inschrift „P A / + 1933“ angebracht. Das Kreuz erinnert an Peter Arens, der im Jahr 1933 an dieser Stelle beim Brechen von Steinen für den Bau seines Hauses tödlich verunglückt ist. Seine Frau baute damals das Haus alleine weiter, weshalb es im Dorf den Hausnamen „Freimanns“ erhielt (heute: Zum Killenberg 9). Eine Familie Arens ist seit mindestens 1650 in Auel nachweisbar, das Stammhaus mit dem Hausnamen Göbbels / Jöbbels (von Jobelius) steht in der Straße Zum Kläuschen 5. 

5 Kreuz auf dem Zimmersberg

 

Lage: UTM 329380, 5572985

Hohes Schaftkreuz aus Buntsandstein, gut 2 Meter hoch, mit abgesetztem Fußteil und aufgesetztem Abschlusskreuz; auf dem vierkantigen, sich nach oben leicht verjüngendem und am oberen Ende profilierten Schaft sind das bekreuzte Christus-Monogramm IHS und die Jahreszahl 1736 eingehauen. Das Abschlusskreuz ist wahrscheinlich eine spätere Erneuerung, wie andersartige Oberflächenbearbeitung und Flechtenbewuchs andeuten; es trug ursprünglich einen Korpus mit INRI-Tafel, von dem jetzt noch die vier Befestigungslöcher zeugen. Das Kreuz steht in einem flachen, sechseckig zugerichteten Sockelstein. Der Grund für die Errichtung des Kreuzes ist nicht überliefert. Es steht gut sichtbar auf einer Anhöhe an dem alten Fußweg von Oberbettingen nach Auel auf Oberbettinger Gemarkung. Über diesen Weg zogen die Walsdorfer zur Marienwallfahrt in die Aueler Kirche. G. BERNARDY (2001) bezeichnet das Kreuz als „Johannes“-Wallfahrtskreuz – Gedenkkreuz, leider ohne weitere Ausführungen. Das Kreuz auf dem Zimmersberg ähnelt stark dem Pilger-Kreuz am Scheuerner Mattheis-Kapellchen von 1695, das noch das originale Abschlusskreuz mit Korpus und ebenfalls einen sechseckigen Sockelstein hat.

6 Unfall-Kreuz an der Steinebrück

 

Lage: UTM 328936, 5572995

Schaftkreuz aus Buntsandstein, ohne Sockel 1,00 m hoch, ursprünglich mit kleinem Christus-Korpus aus Metall, der heute fehlt; auf dem breiten Schaft die Inschrift „Gelobt sei / Jesus Christus / 1947“. Gedenkkreuz für Nikolaus Begon aus Auel (vgl. Familienbuch Steffeln Nr. 76), der hier im Jahre 1944 von einem Stier angegriffen und tödlich verletzt worden ist. 

7 Kreuz am Haus Jans 

 

Lage: UTM 328406, 5573376 

Das kleine Balkenkreuz aus Buntsandstein, etwa 0,5 x 0,5 m groß, ist in der straßenseitigen Giebelwand des Hauses Jans (Hauptstraße 3) über dem Scheunentor eingemauert. Es trägt die Inschrift „INRI / 1741“ (mit Ligatur zwischen N und R; abweichende, unzutreffende Lesung bei BERNARDY/RUEB). Zwischen der Jahreszahl ist ein Herz mit aufgesetztem lateinischem Kreuz eingehauen. Der Errichtungsgrund ist unbekannt. Der anzunehmende Unterteil des Kreuzes ist verloren gegangen. Das Kreuz stand laut Preußischer Uraufnahme von 1847 nicht genau am heutigen Standort des Hauses Jans, sondern etwa 80 Meter weiter südlich an der Straße nach Lissendorf beim Durchfluss des kleinen Bächleins, das im Vogelsmaar entspringt. Beim Bau des Hauses Jans im Jahre 1893 ist das damals schon 150 Jahre alte Kreuz in die Hauswand eingemauert worden. 

8 Pilgerkreuz am Steinbeuel

 

Lage: UTM 328412, 5573443

Modernes, Einfaches Holzkreuz, etwa 2 m hoch, mit Kupferblech-Überdachung, Korpus und Schild mit der Inschrift „Matth. Brudersch. / Wegberg“; davor ein mit Randsteinen aus Sandstein eingefasstes Blumenbeet. Neben dem Kreuz ist eine geschnitzte hölzerne Stele mit den Pilgersymbolen Kreuz, Stock und Beil (Attribut des Apostels Mathias) aufgestellt. Das Kreuz steht an der alten Pilgerroute vom Niederrhein nach Trier. Es wurde im Jahr 1995 von der Sankt-Matthias-Bruderschaft Wegberg (Landkreis Heinsberg) errichtet. Die Bruderschaft selbst hat sich im Jahr 1992 gegründet und führt bis zum heutigen Tag alljährlich im Frühjahr eine viertägige Fußwallfahrt zum Apostelgrab nach Trier durch. Dabei wird am Morgen des dritten Wallfahrtstages an dem Pilgerkreuz ein Wortgottesdienst gehalten. 

9 Zwei Grabkreuze am Haus May

 

Lage: UTM 328384, 5573445

Kleines Grabkreuz aus Sandstein, etwa halbmeterhoch, das Abschlusskreuz fehlt; auf breitem Schaft in vertieftem Feld mit bekrönendem Spitzbogen die Inschrift:

„Zum Andenken an / Jak. Müller / gest. 20 Jahre alt / in Folge Krankheit / die er sich im / Felde zugezogen.“ Nach der Ehrentafel in der Aueler Kirche handelt es sich um den Musketier Jakob Müller vom Infanterie-Regiment 29, der am 2. Dezember 1918 in Trier verstorben ist. Der Verstorbene ist auch auf dem Kriegerdenkmal an der Tieferbach-Brücke genannt. Nebenan steht ein gusseisernes Grabkreuz mit Korpus, etwa dreiviertelmeterhoch, wohl 19. oder 20. Jh., aus dem Besitz der ehemals gegenüber wohnenden Familie Schlömer (Haus Eckisch, Hauptstraße 1). Beide Kreuze stammen vom Aueler Friedhof. Sie wurden um die Jahrtausendwende von Johann May auf seinem Anwesen aufgestellt, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben.

10 Kreuz unter dem Killenberg

 

Lage: UTM 327782, 5573130

Hohes Schaftkreuz aus Sandstein, mit Sockel 2,70 m hoch, mit großem Korpus aus Gusseisen; auf dem breiten, schon stark verwitterten Schaft ist die Inschrift „Mein Jesus / Barmherzigkeit / 1887“ eingehauen, auf dem Sockel der Name des Steinmetzes "M. Dümmer". Das Kreuz ist in einem schlechten Zustand, das Abschlusskreuz ist gerissen und droht abzubrechen. Lt. Georg Jakob MEYER wurde das Kreuz zum Schutz der Jugend errichtet, wobei die Inschrift aber auch auf ein Unfallkreuz schließen lasse. Das Kreuz steht auf der Steffelner Gemarkung, etwa 200 Meter westlich der Gemarkungs- und früheren Kreisgrenze entfernt, an der einstmals bedeutenden Fernhandelsstraße von Malmedy nach Koblenz. Es ist die Erneuerung eines älteren Kreuzes, da sowohl die Tranchot-Karte von 1809 als auch die Preußische Uraufnahme von 1847 an dieser Stelle schon ein Kreuz verzeichnen. Lt. Eifelverein OG Steffeln stand hier zuvor ein Kreuz aus Lavatuff, welches im Jahr 1885 durch Blitzschlag zerstört worden war.

 

11 verschollenes Kreuz auf dem Lüh

 

Lage: UTM 328033, 5573181

Art, Form, Alter und Errichtungsgrund dieses Kreuzes sind nicht mehr zu ermitteln. Das Kreuz ist lediglich als Signatur auf den amtlichen topografischen Karten zu fassen. Die erstmalige Signatur taucht im Jahr 1909 auf (s. Abb.), die letztmalige auf der Karte mit Stand 1987. Das Kreuz steht an der Grenze zwischen den Gemarkungen Auel und Steffeln (zuvor Kreisgrenze Daun-Prüm, davor Grenze zwischen der Grafschaft Manderscheid und der luxemburgischen Herrschaft Kronenburg); vielleicht stand es im Zusammenhang mit dem Straßen-Zoll, der bis Ende des 18. Jh. an dieser Grenze erhoben wurde.

12 Grabkreuz am Haus Witsche

 

Lage: UTM 328192, 5572996

Ehemaliger Grabstein aus Buntsandstein, gut ein Meter hoch, aus quaderförmigem Schaft mit modern aufgesetztem kleinen Balkenkreuz, ebenfalls aus Buntsandstein, das unter einer Krone in einem Strahlenkreis das Christus-Monogramm Chi-Rho sowie das griechische Alpha und Omega (für Anfang und Ende) trägt. Das Kreuz ist ein altes Grabkreuz vom Aueler Kirchhof, das die Angehörigen zum Stammhaus der Verstorbenen verbracht haben. Die jetzigen Hauseigentümer, Ken und Anni Ligget, haben es um die Jahrtausendwende an der Straßenseite vor dem Haus wieder aufgestellt. Der Grabstein trägt auf dem breiten Kreuzschaft, eingerahmt in neogotischem Maßwerk, in Fraktur-Schrift den Text: „die irdischen / Hüllen unserer lieben Eltern / u. Geschwiest. die Eheleute / JOHAN RAENKES / geb. d. 18. Sept. 1811, gest. d. 3. Nov. 1892 /M. KATH. RAENKES / geb. WITSCH geb. d. 3. Feb. / 1814, gest. d. […] / R. I. P.“ Die verstorbenen Eheleute Johann Ränkes (vgl. Familienbuch Steffeln Nr. 1116,5) und Maria Katharina Ränkes geb. Witsch (vgl. Familienbuch Steffeln Nr. 1442,4) haben im Haus Witsche, heute Hauptstraße 16, gelebt. Der Vater der Maria Katharina, Peter Witsch, geboren 1771 in Oberbettingen, hat das Haus im Jahr 1810 gebaut; von ihm hat das Haus seinen Namen erhalten.  

 

13 Kreuz am Haus Witsche 

 

Lage: UTM 328189, 5572990 

Nischenkreuz aus Palagonit-Tuff auf hohem Sockelstein, der ebenfalls aus Tuff besteht, ohne Sockel 1,48 m hoch, farblich gefasst in grau-weiß; Auf dem Abschlusskreuz sind die Buchstaben INRI und die Jahreszahl 1736 eingehauen, zwischen der Jahreszahl das Christus-Monogramm IHS mit Kreuz; der Schaft ist von einer rundbogig geschlossenen Leiste eingerahmt, am oberen Ende ist eine kleine, giebelförmige Nische eingehauen, die von einem bekreuzten Haussymbol umrahmt ist und damit ein Sakrament-Haus nachahmt; darunter ein Herz mit drei Nägeln. Der blockförmige Sockelstein ist kein Mühlstein, wie G. J. MEYER vermutete. Das Kreuz ist die erste (von sieben) Station der sogenannten Fußfall-Kreuze, an denen noch bis 1952/53 die Schulkinder für schwerkranke oder sterbende Mitbewohner gebetet haben (siehe hierzu: MAY, G. und RENKES, H.: Fußfallbeten in der Eifel, Heimatjahrbuch Vulkaneifel 2009, S. 44). Sein ursprünglicher Errichtungsgrund ist, wie bei den meisten alten Kreuzen, nicht überliefert. 

 14 Kriegerdenkmal am Tieferbach 

 

Lage: UTM 328196, 5572965 

Monumentales Denkmal, ca. 5 m hoch, aus schwarzer Basaltlava in Form einer hohen, vierkantigen Säule auf gestuftem Sockel, 1952 geschaffen von Steinmetz Dümmer aus Oberbettingen. Über dem schräg auskragenden Abschlussgesims erhebt sich ein großes Tatzenkreuz (auch Templerkreuz genannt). Das Gesims trägt die umlaufende Inschrift 

„DEN GEFALLENEN AUS DEN / KRIEGEN 1914-18 / 1939-45 IN DANKBARER ERINNER / UNG GMD. AUEL / GEDENKET UNSER / A Ω   PX“ 

Auf der Vorderseite der Säule ist mittig ein auf die Spitze gestelltes Schwert dargestellt, auf beiden Seiten desselben sind die Namen der Gefallenen in weiß ausgelegten Lettern eingehauen. Die Namen und Sterbedaten sind im Einzelnen aufgeführt im Abschnitt 5 „Das Dorf Auel in Mittelalter und Neuzeit“. Insgesamt sind im Ersten Weltkrieg neun Soldaten aus Auel gefallen, im Zweiten Weltkrieg zehn Soldaten und eine Zivilistin. Das Kriegerdenkmal wurde 1952 zunächst an der östlichen Friedhofsmauer aufgestellt. Da dieser Standort sich aber als zu beengt und ungeeignet erwies, wurde das Denkmal an der Tieferbach-Brücke in einem großzügigen Ehrenhain neu aufgestellt und am 23. Mai 1954 feierlich eingeweiht. 

15 Nepomuk-Statue an der Tieferbach-Brücke

 

Lage: UTM 328184, 5572963

Mit Konsole und Sockel etwa 2,5 m große, vollplastische Skulptur aus rotem Sandstein auf der Straßenbrücke über den Tieferbach, gestiftet im Jahr 1763 von dem Aueler Priester Johann Michael Baur (1707 – 1779). Die Statue stellt den Heiligen Johannes von Nepomuk im Priestergewand dar, der in seinen Händen ein Kruzifix hält. Nepomuk (gest. 1393 in Prag) gilt als Brückenheiliger und Patron des Beichtgeheimnisses. Die Figur samt Podest und Sockel ist seit einer Brückensanierung im Jahr 2009 einheitlich in rötlichem Farbton gefasst. Auf dem Sockel sind die folgenden Inschriften eingehauen:

 

Vorderseite: „S. Johannes / v. Nepomuk“ 

 

Linke Seite: „HANC STATUAM FUNDA / TOR IOH. MICH. BAUR / EREXIT IN LOCO QUI / DICITUR IOHANNESBRUEKE / SUPRA VICUM ANNO DOMINI“ (übersetzt: „Diese Statue errichtete der Stifter Johann Michael Baur am Ort, der Johannesbrücke genannt wird, oberhalb des Dorfes im Jahres des Herrn“; das Chronogramm aus den groß hervorgehobenen Buchstaben MDCCLXIII ergibt die Jahreszahl 1763).

 

Rechte Seite: „Vom Verfall errettet, an / hiesiger Stelle errichtet, / aus milden Gaben / im Jahre 1881“

 

Rückseite: „AM 17.8.1951 DURCH EIN / HOLZAUTO ZERSTÖRT / 1952 WIEDER ERRICHTET“

 

Ursprünglich stand die Heiligenfigur auf einer Brücke, die etwa 200 Meter weiter bachaufwärts zwischen dem Kellers-Haus und der Steffelner Mühle über den Tieferbach geführt hat. Das Kellers-Haus ist das Geburtshaus des Stifters J. M. Baur. Nachdem diese Brücke zerstört oder abgebrochen wurde, hat man 1881 die Figur an ihren heutigen Standort versetzt. Eine örtliche Legende berichtet, dass der Heilige durch den Bach zu seinem neuen Platz selbst hinab geschwommen sei.

16 Kreuz am Haus Beckisch

 

Lage: UTM 328194, 5572917

Hohes Nischenkreuz aus Buntsandstein, etwa 2 m hoch, ehemals auf breitem Sockel-Quader aus Palagonit-Tuff. In dem geschwungenen Schaft mit seitlichen Voluten ist eine rundbogige Muschel-Nische eingearbeitet, über die sich auf langem Stängel mit strichförmigen Blättern (oder Dornen?) eine 6-blätterige Rose erhebt, zu deren Seiten die Jahreszahl 1713 eingehauen ist. Über dem profilierten Schaftabschluss erhebt sich ein Balkenkreuz mit Randleisten und großem Korpus. Der ehemals vorhandene Sockelstein trug in erhabenen, großen Ziffern ebenfalls die Jahreszahl 1713. Bis etwa 1990 stand das Kreuz vor dem Haus Beckisch unmittelbar an der Straßenkreuzung. Als das Haus für einen Neubau abgerissen wurde, versetzte der neue Eigentümer das Kreuz auf die Rückseite seines Wohnhauses (Hauptstraße 17), wo es heute schwer einsehbar an der Hauswand lehnt; über den Verbleib des Sockelsteines ist nichts bekannt. Die aktuelle Farbfassung stammt von dem Restaurator Willi Blameuser (+) aus Auel. Der Grund für die Errichtung des Kreuzes ist nicht bekannt. Das Kreuz wurde noch bis Mitte des 20. Jh. zum Beten der Fußfälle als zweite Station aufgesucht. Eine denkmalgerechte und ortsangemessene Präsentation des historisch wertvollen Kreuzes, idealerweise mit dem alten Sockelstein, wäre wünschenswert. 

Das Foto aus dem Jahr 1981 zeigt das Kreuz am Haus Beckisch an seinem alten Standort direkt an der Hauptstraße und mit dem Sockelstein aus dem Jahr 1713.

17 Kreuz am Haus Schrengisch

 

Lage: UTM 328323, 5572863

Kleines Kreuz, ca. 1 m hoch, aus rotem Sandstein, mit INRI-Tafel und fein ausgearbeitetem Christus-Korpus; auf dem kurzen Schaft sind in neuerer Zeit die Jahreszahlen 1941 und `90 sowie das Wort DANKE eingehauen. Das Kreuz steht an der nördlichen Wand des Hauses Zum Kläuschen 7. Nach Georg BERNARDY wurde das Kreuz 1941 vom Oberbettinger Steinmetz Nikolaus Bales sen. geschaffen als Grabmal für die Eheleute Johann und Barbara Mareien, verstorben 1956 bzw. 1940 und später in Zweitverwendung umgewidmet als Dankes-Kreuz „für die guten Zeiten der Vergangenheit“ (G. BERNARDY).

 18 Kreuz in der Schlack 

 

Lage: UTM 328314, 5572709 

Hohes Nischenkreuz aus Palagonit-Tuff mit vierkantigem Schaft, der sich nach unten verbreitert und in einen abgesetzten Fuß mit betontem Gesims und Kanten übergeht; im Oberteil des Schaftes ist eine kleine giebelförmige Nische eingehauen, in der heute eine moderne Madonnenfigur steht. Der 1,52 m hohe Schaft seht auf einem mächtigen Sockelstein aus Palagonit-Tuff. Das Kreuz, das nach G. J. MEYER aus der Zeit um 1700 stammen dürfte, wurde im Jahr 1982 von Johann May gerichtet und mit einem kleinen, schlichten Balkenkreuz versehen, das ebenfalls aus Palagonit-Tuff besteht und vom Aueler Friedhof stammt. Der Grund für die Errichtung des Kreuzes ist nicht mehr zu ermitteln; das Kreuz war die dritte Fußfall-Station und Station der Gründonnerstags-Prozession. 

19 Bildstock auf dem Friedhof („Thelen-Kreuz“)

 

Lage: UTM 328156, 5572829

Großer Barock-zeitlicher Bildstock aus rotem Buntsandstein, auf breitem Sockel-Quader, 2,65 m hoch; über dem profilierten Fuß ein kurzer, gebauchter Schaft, in dem in großen Lettern die Inschrift „MATHIAS THE / LEN AN[NO] 1730“ eingehauen ist; darüber ein profiliertes Gesims mit einem geflügelten Engelskopf und Arkanthus-Blatt, das Gesicht des Putto ist stark beschädigt; über dem Gesims baut sich ein gerahmtes, rundbogig geschlossenes Bildfeld auf, das eine Kreuzweg-Szene darstellt: vor einer Stadt-Silhouette mit Mauer und Kuppeldach sieht man Jesus, der sein Kreuz trägt und den Betrachter frontal anblickt. Eine weitere Person, wohl Simon von Cyrene, steht hinter Jesus und greift in das Kreuz. Hinter Jesus stehen vier Personen, die teilweise durch Pickelschläge unkenntlich gemacht worden sind; über dem Bildfeld erheben sich eine Weltkugel und das runde Abschlusskreuz in Form eines Malteserkreuzes, das in einem Lorbeerkranz das bekreuzte Christus-Monogramm IHS und ein Herz mit drei Nägeln zeigt. Der stattliche Bildstock dürfte kein Grabkreuz sein, sondern eine Stiftung der alteingesessenen Aueler Familie Thielen/Thelen (vgl. Familienbuch Steffeln, Nr. 1354,3: Matthias Thielen, geb. 1.7.1683; Nr. 1355: Matthias Thielen, geb. um 1655, gest. 21.11.1739). Das Familien-Stammhaus „Tellen“, Hauptstraße 21, steht dem Bildstock schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite. Der Bildstock war die fünfte Fußfall-Station und bis 1968 Station der Gründonnerstags-Prozession. Das Kreuz wurde im Zweiten Weltkrieg mutwillig beschädigt. Im Jahr 1979 wurde das durch Verwitterung beschädigte Abschlusskreuz von Johann May repariert. 

 

20 Kreuz am Haus Hürth

 

Lage: UTM 327963, 5572851

Kleines Balkenkreuz auf mächtigem Sockelstein, beides aus Palagonit-Tuff, 0,85 m hoch. Der anzunehmende Mittelteil, vermutlich ein hoher Schaft, ist heute nicht mehr vorhanden. Auf dem Querbalken ist in einem schlichten Rahmen die Jahreszahl 1660 eingehauen. Das Kreuz stand ursprünglich an der Straße nach Scheuern in der Flur „Kautenkreuz“. In den 1970er Jahren hat Heinz Hürth aus Köln/Auel die im Wald liegenden Fragmente geborgen und im Vorgarten seines Wohnhauses (Bungertsweg 3) neu aufgestellt. Der ursprüngliche Errichtungsgrund ist nicht bekannt. Vielleicht hat das Kreuz als Grenzmarke gedient. Auf der Tranchot-Karte von 1809 steht das Kreuz genau auf der Grenze zwischen den Gemarkungen Auel und Scheuern. 

21 Kreuz am Haus Krüzjes

 

Lage: UTM 327925, 5572700

Nischenkreuz aus rotem Sandstein, 2,45 m hoch, aus der Barock-Zeit (Mitte 17. – Ende 18. Jh.); kurzer Schaft mit breiter Muschelnische und Konsole für die Aufnahme einer Monstranz, darunter ein geflügelter Engelskopf und seitliche Voluten; die Nische ist mit Kielbogen und Krabben verziert sowie mit Kugel und Malteserkreuz abgeschlossen, die linke Hälfte der Nische ist aus unbekanntem Grund flach abgearbeitet worden; über dem profilierten Schaftkapitell ein großes Kruzifix mit ausdrucksstarkem Korpus; insgesamt eine qualitativ überdurchschnittliche Steinmetzarbeit. Das Kreuz war die vierte der sieben Fußfall-Stationen. Der Entstehungsgrund des Kreuzes ist nicht bekannt. Das nördlich angrenzende Wohnhaus (Auf der Buch 15) mit dem Namen „Krüzjes“ hat seinen Namen von dem Wegekreuz erhalten.

22 Kapelle auf der Buch

 

Lage: UTM 327861, 5572341

Die kleine, fensterlose Kapelle aus Bimssteinmauerwerk mit schiefergedecktem Satteldach, dreiseitigem Abschluss und rundbogig geschlossenem Portal nach Osten ist im Jahr 1983 von Eberhard Mies, Auel, aus Dankbarkeit für die Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft erbaut worden. Über dem Eingang ist ein Basaltlavakreuz in Baumstammform mit Christuskorpus eingemauert, das von einem Friedhofsgrab stammen dürfte. Die Kapelle ist der Gottesmutter Maria geweiht. Im Inneren des Heiligenhäuschens ist auf gemauertem Sockel mit der Inschrift „Maria mit dem Kinde lieb“ eine moderne Madonnenfigur aufgestellt. An den Wänden hängen verschiedene Votivtafeln. Das Umfeld der Kapelle hat der Eigentümer mit Ruhebank, Bäumen und Findlingen gestaltet. 

Kauten-Kreuz, Zeichnung von G. J. Meyer

Standort des Kauten-Kreuzes, Tranchot-Karte von 1809

23 Kauten-Kreuz (verschollen)

 

Lage: UTM 328235, 5572297

Das heute nicht mehr auffindbare Kreuz ist Mitte der 1950er Jahre von G. J. MEYER gezeichnet und beschrieben worden: hohes Nischenkreuz aus Sandstein, in vier Teile zerbrochen; am Sockel die Jahreszahl 1859, über der Nische die Inschrift „Gelobt / sey / Jesus Christus / in Ewigkeit / Amen“ und auf einem weiteren, vermutlich zu demselben Kreuz gehörenden Schaftteil die Initialen M K und B K; das Abschlusskreuz mit kurzen, aufgefächerten Balkenenden war mit INRI-Tafel und Korpus versehen. Die Fragmente des Kauten-Kreuzes sollen in den angrenzenden Kirchenwald geworfen worden sein. G. BERNARDY überliefert folgende Geschichte, die zur Aufstellung des Kreuzes geführt haben soll: „Ein Steffelner Bürger namens Kauth kam in einer finsteren Winternacht von Gerolstein zu Fuß zurück und wurde unterhalb des Kirchenwaldes „marude“, d. h. er war müde, erschöpft, von Kälte gepeinigt und hatte sich verirrt. Er gelobte, wenn er heil nach Hause käme, ein Dankeskreuz zu errichten. Da erblickte er in der Ferne einen schwachen Lichtschimmer aus Auel. Mit letzter Kraft schleppte er sich durch den tiefen Schnee bis ins Dorf. Sein Versprechen löste er kurze Zeit später ein.“ Die (Stifter-?) Initialen lassen sich nicht eindeutig einer Person zuordnen, aber laut Familiebuch Steffeln, Nr. 715 ist dort ein Haus mit dem Namen Kauten seit 1712 belegt. Bei dem Kautenkreuz stand auch das kleine Tuff-Kreuz Nr. 20 von 1660, das der Flur ihren Namen gegeben hat. 

24 Kreuz auf dem Heid-Berg

 

Lage: UTM 328029, 5571613, rund 70 Meter südlich der heutigen Gemarkungsgrenze.

Schlichtes Nischenkreuz auf breitem Sockelstein aus Palagonit-Tuff, etwa 2 m hoch; der schlanke, schmuck- und Inschriftenlose Schaft weist am oberen Ende eine kleine giebelförmige Nische auf, in der heute eine Marienfigur steht. Das Kreuz lag lange neben seinem Sockel auf dem Boden, bis Heinz Hürth aus Köln und Georg Bernardy aus Auel es in den 1970er Jahren wiederaufrichteten. Das damals vorhandene Abschlusskreuz aus schlichten Eisenstäben wurde später durch ein verschiefertes Holzdach ersetzt. In jüngerer Zeit wurde das Kreuz in guter Absicht, aber nicht denkmalgerecht mit einem Mörtelüberzug versehen, der jetzt wieder abplatzt und die originale Steinoberfläche beschädigt. Entstehungsgrund und –zeit sind unbekannt, es dürfte aber wie ähnliche Kreuze am ehesten aus dem 17.-18. Jh. stammen. Die Nische für die Aufnahme des Allerheiligsten spricht dafür, dass das Kreuz einstmals bei Flurprozessionen aufgesucht wurde. Der Feldweg, an dem das Kreuz steht, ist eine alte, direkte Verbindung zwischen den Dörfern Kalenborn/Scheuern und Steffeln.

25 Grabkreuz am Kirchen-Büsch

 

Lage: UTM 327898, 5571844

Kleines, schlichtes Balkenkreuz aus Kunststein mit weißem Christus-Korpus (Keramik?), etwa 1 m hoch. Das Kreuz dürfte ursprünglich von einem Friedhof stammen. Es wurde um das Jahr 2018 von Willi Kappes aus Auel hier neu aufgestellt. Nach seinen Angaben hat es zuvor in einer Loh-Grube der ehemaligen Gerberei im Haus Spesser (Zum Kläuschen 1) gelegen. Herr Kappes erklärte, dass er das Kreuz samt Ruhebank für die zahlreichen Wanderer auf dem nebenan verlaufenden Eifelvereins-Wanderweg aufgestellt hat. 

26 verschollenes Kreuz auf dem Heid-Berg

 

Lage: UTM 327668, 5572103

Dieses Wegekreuz ist nur noch durch eine entsprechende Signatur auf der Tranchot-Karte von 1809 nachzuweisen, siehe Abb. Es stand an einem Dreiweg, wo von dem Weg zwischen Steffeln und Kalenborn/Scheuern ein Abzweig nach Auel abging. Auf der Preußischen Uraufnahme von 1847 ist an dieser Stelle keine Kreuzsignatur mehr vorhanden, so dass anzunehmen ist, dass das Kreuz in der ersten Hälfte des 19. Jh. verloren gegangen ist. 

27 Kreuz auf dem Sand

 

Lage: UTM 327402, 5572332

Schaftkreuz aus rotem Sandstein, Ende 19. Jh., ca. 1,70 m hoch; auf dem breiten, quaderförmigen Schaft ist die Inschrift „Mein Jesus / Barmherzigkeit“ eingehauen. G. BERNARDY berichtet folgende Begebenheit, die zu der Errichtung des Kreuzes geführt haben soll: „Bevor die Flurbereinigung in Auel durchgeführt wurde, bestand die Flur aus kleinen und kleinsten Parzellen. Besonders entlang des Tieferbaches, unterhalb des Dorfes in der Flur „Im Kläuschen“ bestand jeder Grundbesitzer darauf, auch nach der Flurbereinigung wieder Anlieger am Tieferbach zu sein. Herr Nikolaus Ränkes (Witschen) besaß „im Kläuschen“ eine kleine Parzelle. Mit seinen Grundstücksnachbarn kam es zu Grenzstreitigkeiten. Nach einer Vermessung wurde dem Nachbarn der umstrittene Landstreifen zugesprochen. Am 29. Juli 1873 soll der Bauer daraufhin folgenden Ausspruch getan haben: ‚Ich wünsche, dass derjenige, der hier als erster eine Sense anschlägt, vom Blitz erschlagen wird!‘ Einige Zeit später soll sich Herr Ränkes mit seinem Gespann „Auf dem Sand“ beim Pflügen seines Ackers befunden haben, als ein Gewitter heraufzog. Aus Furcht vor einem Unwetter spannte er ab und eilte nach Hause. Kurze Zeit später, Herr Ränkes habe in der Küche unter dem Haascht (offener Rauchabzug) gesessen, sei der dort vom Blitz erschlagen worden. Später wurde ein Gedenkkreuz in der Nähe des Ackers aufgstellt, auf dem der Erschlagene zuletzt gepflügt hatte.“ Der Genannte dürfte identisch sein mit dem im Familienbuch Steffeln, Nr. 1118,2 aufgeführten Nikolaus Renckes, geb. am 23.04.1949 in Auel. Das Kreuz hat ursprünglich an der Staßenkreuzung gestanden, wo sich die Landtraße Auel-Duppach und der vom Heidberg herabführende „Krederichsweg“ kreuzen. In den 1980er Jahren wurde das Kreuz, als es bei Feldarbeiten umgestoßen worden war, von der Straßenmeisterei Gerolstein 40 m weiter südwestlich am Abzweig des Feldweges, der unter den Heidberg führt, neu aufgestellt. Das jetzt vorhandene Gedenkkreuz ist sehr wahrscheinlich die Erneuerung eines älteren, heute verschwundenen Kreuzes, da sowohl die Tranchotkarte von 1809 als auch die Uraufnahme von 1847 genau an dieser Stelle ein Kreuz verzeichnen. Von diesem Vorgängerkreuz konnte der Verfasser in den 1980er-Jahren noch den zugehörigen Sockelstein auffinden, der an der Straßenkreuzung, unmittelbar neben dem neuen Kreuz, zugewachsen im Ackerrand gelegen hat; der würfelförmige Sockelstein aus Palagonit-Tuff war 50 cm breit, 43 cm tief und 40 cm hoch und wies ein rechteckiges Schaftloch von 26x16 cm Weite und 15 cm Tiefe auf. Ob der Sockelstein heute noch dort vorhanden ist, ist nicht bekannt. 

28 verschollenes Kreuz vor dem Eichholz

 

Lage: UTM 326959, 5572306

Auch dieses Kreuz ist nicht mehr vorhanden und nur über eine entsprechende Signatur in der Preußischen Uraufnahme von 1847 zu belegen. Art, Material, Errichtungsjahr und -grund sowie sein Verbleib sind völlig unbekannt. Möglicherweise ist es aber identisch mit dem von Georg Jakob MEYER in den 1950er Jahren gezeichneten und wie folgt beschriebenen Kreuz: „Das kleine Kreuz am Weg nach Duppach. Etwa 1 km weit vom Ort [Steffeln] steht am Weg nach Duppach, links in einer Wiese, ein ganz kleines Wegkreuz. Es ist nur 40 cm hoch und steckt bis zu dem Querarm in der Erde. Ebenfalls aus Lavatuff gefertigt hat es als einzige Bearbeitung ein kleines Kreuzlein in einem Kreis auf der Mitte des Querarms.“ Bei einer gezielten Nachsuche im Mai 2024 konnte der Verfasser am Waldrand des Eichholzes, gut 300 m südwestlich des in der Uraufnahme verzeichneten Standortes, einen ungefähr quaderförmigen Block aus Palagonit-Tuff von ca. 25 x 30 x 40 cm Größe entdecken, in den ein rundes, etwa 6 cm tiefes (Klammer-?; Dübel-?) Loch eingearbeitet ist. Ob dieser Block der entsorgte Sockelstein des verschwundenen Kreuzes ist, bleibt unklar. 

29 Unfallkreuz am Roten Graben

 

Lage: UTM 326716, 5572272

Schaftkreuz aus rotem Sandstein, 123 cm hoch; auf dem breiten Schaft ein eingetieftes Schriftfeld mit zwei gotischen Dreipässen und der Inschrift:

„Zur Erinnerung an / Lamb. Kirsten / aus Schönfeld / am 10. März 1870 / im Alter von 33 Jahren / infolge innern Leidens / hier verunglückt. / Bete für seine Seele.“ Das Abschlusskreuz mit aufgefächerten Balkenenden trägt, in einem Stück zugehauen, einen Christuskorpus, darunter ein Totenschädel mit überkreuzten Knochen (das Symbol des Schädels mit überkreuzten Knochen ist oftmals auf Kruzifixen unter dem gekreuzigten Christus abgebildet; nach der Legende lag Adams Totenschädel unter dem Kreuz auf Golgotha. Dahinter steht die Vorstellung, dass der Tod durch das Kreuz besiegt ist und die Menschen zum ewigen Leben auferstehen). Nach der Dokumentation des Eifelvereins, OG Steffeln starb hier der an Fallsucht (Epilepsie) leidende Lambertus Kirsten, der sich auf dem Weg nach Duppach befand. Nach früheren Reparaturen und durch Witterungseinflüsse bedingt befindet sich das Kreuz heute in einem schlechten Zustand. 

30 Dell-Kreuz

 

Lage: UTM 326804, 5572791

Großes Nischenkreuz in Form eines sogenannten „Schöpflöffels“ mit bekrönendem Balkenkreuz aus Palagonit-Tuff, 1,77 m hoch, aus einem Stück gearbeitet; auf dem gedrungenen Schaft mit abgefasten Kanten ist eine Hausmarke eingehauen (ein Kreuz und darüber ein eckiges, klammerförmiges Zeichen). Die große, giebelförmige Nische, die breiter und tiefer als der Schaft ist, war ursprünglich für die Aufnahme einer Monstranz oder einer Pyxis (Dose zur Aufbewahrung der geweihten Hostie) bestimmt, was auf eine Funktion des Kreuzes im Rahmen von Flurprozessionen deutet. Heute enthält die Nische eine moderne Bronzetafel mit einer Pieta und ist mit einem Eisengitter verschlossen. Unter der Nische hängt, nicht ganz denkmalgerecht und die Hausmarke verdeckend, eine Eisenkiste zur Aufbewahrung von Kerzen. Auf dem Querbalken des Abschlusskreuzes ist eine Sandstein-Tafel aus neuerer Zeit angebracht mit der Inschrift „Schmerzhafte Mutter / bitte für uns“. G. J. MEYER nimmt an, dass das Kreuz aus der Zeit um 1600 stammt. Dieser Datierungsansatz geht konform mit der Typochronologie von E. LEHMANN-BRAUNS, die die Kreuzform „Schöpflöffel mit Abschlusskreuz“ in den Zeitraum vom Beginn bis Ende des 17. Jh. stellt. Es handelt sich somit um eines der ältesten Kreuze in der Gemarkung. Der Errichtungsgrund ist nicht überliefert, allerdings wird man aus allgemeinen Erwägungen heraus davon ausgehen dürfen, dass das Kreuz bei Flurprozessionen aufgesucht wurde; schon G. J. MEYER schreibt, dass es zum Schutz gegen Hagel und Unwetter aufgerichtet worden sein soll. Auch eine Errichtung als Grenzmarke ist denkbar, da es genau auf der Gemarkungsgrenze zwischen Steffeln und Auel steht und in dieser Funktion bereits im Aueler Weistum von 1708 als „delh Kruitz“ bzw. „dellcreutz“ erwähnt wird (womit gleichzeitig ein oberer Datierungsrahmen gegeben wird). Das Kreuz wird traditionell dem Dorf Steffeln zugerechnet. In der Dokumentation des Eifelvereins, OG Steffeln wird ergänzend ausgeführt, dass vor der Errichtung der Leichenhalle auf dem Steffelner Friedhof (1968) hier am Dell-Kreuz bzw. an der Gemarkungsgrenze die Leichname der auswärts Verstorbenen abgeholt und in einer Prozession bis nach Hause begleitet wurden. 

 

31 Kreuz auf Ahlbaum 

 

Lage: UTM 325722, 5572084 

Gusseisernes Kreuz, vielfach durchbrochen und ornamentiert, mit schwarzem Lackanstrich, auf hohem Sockel aus rotem Sandstein, der eine Mauerstruktur nachahmt und einen Wappenschild trägt mit der Inschrift „Gelobt / sei / Jesus Christus“; das Kreuz ist 79 cm hoch, der Sockel 50 cm. Das Eisenkreuz soll vom Dach der alten Duppacher Kirche, heute Friedhofskapelle, stammen; letzeres erscheint allerdings zweifelhaft, wie eine alte Aufnahme der Kirche (vgl. WACKENRODER) beweist, eher handelt es sich um ein ehemaliges Grabkreuz. Das Kreuz ist eine Erneuerung des hier im Jahr 1925 errichteten Holzkreuzes, welches anlässlich des Todes von Johann Hansen aus Duppach aufgestellt wurde, der bei einer Holzabfuhr an dieser Stelle einem Herzschlag erlag. 

Exkurs 1: Kreuz am Hühnerfuß und Hühnerfuß

 

Lage: UTM 322811, 5571607

Genau genommen gehört dieses Kreuz (nebst dem eigentlichen „Hühnerfuß“, s. u.) nicht zu der Gemarkung Auel; die Grenze zum Aueler Wald verläuft etwa 900 Meter weiter nordöstlich am Langen Stein. Es soll hier dennoch erwähnt werden wegen seiner besonderen Bedeutung und seiner relativen Nähe zum Dorf Auel. Das kleine, nur gut halbmeterhohe hohe Balkenkreuz aus Basalt mit ganz kurzen Stummel-Balken und grob behauenen Seiten trägt in der Form eines vierzeiligen Endreims die bemerkenswerte Inschrift: „WANDERER / STEHE STILL UND / LESE, WAS DU BIST / BIN ICH GEWESEN, / WAS ICH BIN SOLLST / DU EINST WERDEN, / DRUM RETTE / DEINE SEE- / LE AUF ERDEN“. Der kurze Vers ist als memento mori (lat., „Gedenke des Todes!“) zu verstehen, als Denkspruch, der an die Vergänglichkeit des diesseitigen Lebens erinnert und die Hinwendung zu Gott anmahnt. Die Textvorlage der Inschrift könnte von einem anderen Wegekreuz in dem nahe gelegenen Dorf Müllenborn stammen; jenes Kreuz vor dem Anwesen Müllenborner Straße 114 trägt genau dieselbe Inschrift und zusätzlich noch die Angaben "Mein Jesus Barmherzigkeit" sowie "Errichtet im Welt Kriege 1914". Das Kreuz am Hühnerfuß dürfte eine Erneuerung eines älteren Kreuzes sein, da die Preußische Uraufnahme von 1847 an der Stelle bereits ein Wegekreuz verzeichnet. Das heutige Kreuz ist um das Jahr 1944 aufgestellt worden (seit diesem Jahr ist es in der topografischen Karte verzeichnet). Über seinen Errichtungsgrund weiß Herr Paul Surges aus Duppach-Weiermühle folgendes zu berichten: "Zuerst befand sich hier ein Holzkreuz, das später durch das Basaltkreuz ersetzt wurde. Es hat seinen Ursprung in einem tragischen Unfall zweier junger Mädchen kurz vor Ende des letzten Krieges. Sie flüchteten in den Kriegswirren von Neuendorf und Langenfeld zu Verwandten nach Duppach. Beim Durchqueren eines Minenfeldes kam es zu einer Explosion, wobei eine Doris Hengst tödlich verletzt wurde. Das andere Mädchen konnte sich schwer verletzt bis zu einem nahegelegenen Anwesen schleppen, wo ärztliche Hilfe geholt wurde. Doris Hengst wurde auf dem Duppacher Friedhof beigesetzt." 

 

Direkt neben dem Kreuz steht an der Wegböschung der im Volksmund und auf der topografischen Karte so genannte „Hühnerfuß“. Es handelt sich hierbei um einen unregelmäßig, wohl natürlich geformten Block aus rötlichem Sandstein, 56 x 44 x 37 cm groß, mit einer künstlich abgeflachten, runden Oberseite, auf der zwei auffällige Zeichen eingehauen sind: zum einen ein fünfstrahliger Stern (in den ein schwächerer, sechster Strahl eingefügt ist) zum anderen ein großes lateinisches „A“, dessen beide schrägen Hasten nach außen abgeknickt sind. Die zunächst rätselhaften Zeichen lassen sich schlüssig erklären, wenn man den Standort des Hühnerfußes in seinem historischen Kontext betrachtet: der fünfzackige Stern ist ein Pentagramm und das „A“ eine Abkürzung desselben magischen Zeichens (vgl. LEHMANN-BRAUNS, S. 138). Das Pentagramm, auch Drudenfuß oder Drudenstern genannt, ist ein uraltes Symbol, das in mittelalterlicher und nachmittelalterlicher Zeit als Bannzeichen gegen das Böse sowie als Zauber- und Abwehrzeichen gegen Dämonen galt. Der Hühnerfuß mit seinem magischen Schutzzeichen steht nicht zufällig an dieser Stelle im Wald, sondern an einer alten, heute nicht mehr sichtbaren Wegkreuzung. Bis in das 19. Jahrhundert hinein kreuzten sich hier zwei wichtige Wege: der in ost-westlicher Richtung verlaufende direkte Verbindungsweg zwischen Duppach und Kleinlangenfeld und der in nord-südlicher Richtung verlaufende Rennpfad, der über die Wasserscheide hinweg die Dörfer Schönfeld und Gondelsheim miteinander verband (vgl. Tranchot-Karte und Uraufnahme). Nach einem alten Volksglauben sind Wegkreuzungen oder Wegspinnen bevorzugte Orte, an denen sich die Geister aufhalten und den Reisenden Schaden zufügen können (vgl. LEHMANN-BRAUNS, S. 170). Die von den Dörfern weitab gelegene Wegkreuzung bzw. die Menschen, die dort unterwegs waren, sollten also offenbar mittels der magischen Abwehrzeichen vor bösen Geistern und Spuk geschützt werden. Der Stein ist ein einzigartiges Zeugnis für Aberglauben und magische Praktiken unserer Vorfahren und unbedingt schützenswert! Vermutlich hat man in neuerer Zeit, nachdem die ursprüngliche Bedeutung des Zauberzeichens im Bewusstsein der Bevölkerung verloren gegangen ist, dem Pentagramm, das dem Abdruck einer Vogelkralle nicht unähnlich ist, den heutigen Namen gegeben. 

Exkurs 2: Langer Stein

 

Lage: UTM 323435, 5572338

Der „Lange Stein“ ist zwar kein Flur- oder Wegkreuz im eigentlichen Sinne, aber als historische, dem Denkmalschutz unterliegende Grenzmarke am Rande des Aueler Waldes soll er hier ebenfalls vorgestellt werden: Grenzstein; schlanke, vierkantige Säule mit Pyramidendach aus Palagonit-Tuff, 117 x 29 x 25 cm groß; am oberen Ende des Steins ist auf allen vier Seiten jeweils ein Kreuz eingehauen, darunter auf der Nordseite die unklaren Buchstaben „d“ (?) und „L“ (evtl. für Langenfeld?), auf der Südseite die Jahreszahl 189[?] und auf der Westseite die Buchstaben „KW“ (für Kammerwald). Der Lange Stein ist bereits im Aueler Weistum von 1708/1716 (LHA Koblenz Bestand 29 B Nr. 123, Blatt 3) erwähnt, wo es heißt: „… Von dem auff den Stein außen großen Läger mit vier Creutzer gezeichnet, welcher da scheidet zwey Gericht Awel u. Langenfelt…“. Bemerkenswert ist die zentrale Lage des „Langen Steins“ auf 640,1 m Meereshöhe inmitten des weitläufigen Waldgebietes des Duppacher Rückens. Auch wenn er nicht dessen höchsten Punkt bildet (dies ist der 662,9 m hohe Seimersberg auf Gondelsheimer Gemarkung), so liegt er doch exakt auf der Wasserscheide zwischen den Flüssen Kyll und Prüm. Am Langen Stein stießen ehemals die Waldbesitzungen der Dörfer Steffeln, Auel, Duppach, Schwirzheim und Kleinlangenfeld aneinander. Um den genauen Verlauf der Besitzgrenzen gab es immer wieder heftigen Streit zwischen den Dörfern, nur der zentrale Punkt „Langer Stein“ war unumstritten. In der Franzosenzeit verlief hier die Grenze zwischen dem Departement de l’Ourthe (wozu Steffeln gehörte) und dem Departement des Forets (wozu die Marie Lissendorf mit Auel und Duppach gehörte). Heute bildet der Lange Stein die Grenze zwischen dem Aueler Wald (Gemarkung Steffeln), dem Duppacher Kammerwald (Staatsforst Gerolstein) und dem Kleinlangenfelder Wald, fernerhin zwischen den Landkreisen Vulkaneifel (vormals Daun) und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm. Das hoch gelegene Waldgebiet im Umfeld des Langen Steins war zu keiner Zeit besiedelt, bildete aber die natürliche Grenze zwischen den alten Siedlungskammern an der Oberen Kyll und am Oberlauf der Prüm. Der Grenzstein dürfte daher sehr alt sein.